28.09.2011Ein Gingko namens Anna

Ein ganz besonderes Geschenk der Nachbarschaft hatten die Senioren aus dem Caritas Altenzentrum am Samstag, dem 10. September, für die Kinder aus dem evangelischen Familienzentrum Schatzkiste an der Vandalenstraße in Hüllen mitgebracht.

Die Senioren schenkten den Kleinen nämlich einen Gingko-Baum. Sie hätten kaum eine bessere Möglichkeit finden können, um dem frisch gebackenen Familienzentrum mit dem Gingko als Symbol Liebe, Leben, Überleben und Unsterblichkeit zu wünschen.

Der Gingko gilt als ältester Baum, bereits vor 300 Millionen Jahren gab es ihn. Und er hat einiges erlebt. Unter ihm schliefen die Dinosaurier. Auch kennt er die tödliche Gewalt der Menschen: Wie widerstandsfähig er ist, zeigt die Tatsache, dass in Hiroshima ein vermutlich 1000 Jahre alter Gingko steht, der im Kernzentrum der Atombombenexplosion verglüht ist, im Frühjahr aber wieder neue Triebe an den Wurzeln zeigte.

Die Kinder aus der Schatzkiste fieberten dem Geschenk entgegen und hatten gemeinsam mit den Erzieherinnen ein kleines Programm für die Übergabe vorbereitet.

So willkommen, freute sich der kleine Spross, der in einem Kinderwagen angerollt kam.

Behutsam wurde er ausgetopft und mit viel Gesang und Spaß, unterstützt von zahlreichen Eltern und Akteuren des Forums Hüllen aktiv, eingepflanzt.

Das Bäumchen hatte die gleiche Größe wie der Kinder, sodass schnell klar war, dass der neue Freund auch einen Namen bekommen sollte.

Unter Gitarrenklängen von Rolf Jüngst und umhüllt vom Duft frisch gebackener Kuchen und Grillwürstchen, wurde die Taufe gefeiert.

Ach, ehe wir es vergessen: Der Gingko heißt jetzt Anna.

Mit ihrem Geschenk setzen die Senioren das Nachbarschaftsprojekt des Forums Hüllen aktiv fort, die unter der Patenschaft des Künstlers Wolfgang Sternkopf im letzten Jahr den ersten Gingko an das Seniorenzentrum St. Anna geschenkt hatten. In diesem Jahr beschenkten die Senioren die Kinder. Im nächsten Jahr sind die Kleinen von der Schatzkiste dran. Die haben schon eine Idee für die Gestaltung des Kinderwagens. Mehr wird dazu noch nicht verraten.

Geboren wurde die Idee von der „Baustelle 2010“, einem Zusammenschluss freier Kulturschaffender in Gelsenkirchen.

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  • Kinder pflanzen einen Gingko-Baum

    Gingko-Baum "Anna" und ihre Überbringer
    © Doris van Kemnade